Rheuma und Wut: Wie diese Emotion deine Krankheit beeinflusst – und wie du damit umgehen kannst

2. März 2024 | Lesedauer - ca. 14 Minuten | Autor:in - Denise Beckmann | Kategorie: Körper & Symptome
Diesen Beitrag teilen:

Blockgrafik: „Rheuma & Wut: Wie Wut auf deine Krankheit wirkt.“; Jutta Beckmann im Seitenprofil.

Kennst du das: Diesen Klos im Hals, wenn du nachts vor Rheuma-Schmerzen nicht liegen kannst? Das hilflose Gefühl, wenn du mit deinen Rheuma-Händen die blöde Wasserflasche nicht aufgedreht kriegst, um deine Tabletten zu nehmen? Diese Wut im Bauch, weil du nicht verdienst, so eingeschränkt zu werden?

Du hast recht! Deshalb verraten wir dir, was Rheuma und Wut gemeinsam haben und wie du ab sofort besser damit umgehst. Denn wenn du weißt, wie Wut den Krankheitsverlauf bei Rheuma beeinflusst – und wie du langfristig gelassener wirst, kannst du deine Rheuma-Schmerzen womöglich lindern.

 

check blau gross

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rheuma ist ein Sammelbegriff. Gemeint ist hier vor allem die rheumatoide Arthritis – eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung.
  • Wut ist eine Grundemotion. Sie entsteht im limbischen System und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft.
  • Es gibt offene, passiv-aggressive und unterdrückte Wut. Unterdrückte Wut hält die körperliche Anspannung am längsten aufrecht.
  • Dauerhafter Stress durch unterdrückte Emotionen kann Entzündungsprozesse beeinflussen und Rheumaschübe begünstigen.
  • Stresshormone erhöhen die Aktivität des Immunsystems und können Muskelverspannungen sowie Schmerzen verstärken.
  • Frauen sind deutlich häufiger von rheumatoider Arthritis betroffen; emotionale Verarbeitungsmuster können im Gesamtbild eine Rolle spielen – ohne Schuldzuweisung.
  • Schuld- und Schamgefühle erhöhen inneren Druck. Mehr Druck bedeutet bei chronischer Entzündung keine Entlastung.
  • Akut helfen: Reiz reduzieren, bewusst atmen, mentalen Cut setzen, bewegen. Ziel ist, das Nervensystem zu beruhigen.
  • Langfristig helfen: Emotionen nicht unterdrücken, klare Grenzen setzen, bewusste Pausen einplanen und die Erkrankung ganzheitlich betrachten.

 

Was ist mit „Rheuma“ hier genau gemeint?

Rheuma ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates. In diesem Artikel geht es vor allem um die rheumatoide Arthritis – eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Dabei greift das Immunsystem irrtümlich körpereigenes Gewebe, vor allem die Gelenkinnenhaut, an.

Die Folge sind Entzündungen, Schwellungen, Schmerzen und im Verlauf mögliche Gelenkschäden. Warum die Erkrankung entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, Infektionen, hormonelle Einflüsse und psychosozialer Stress zusammenwirken.

Was ist Wut – und wie entsteht sie?

Was ist Wut?

Wut ist…

  • die stärkste menschliche Emotion – und eine unbeliebte noch dazu.
  • ein heftigeres Gefühl als Ärger und schwerer in Griff zu halten als Zorn.
  • ansteckender als Glücksgefühle.

Stell dir vor: Ein Höhlenmensch lief mit seinem Stamm durch die Steppe und traf auf einen feindlichen Stamm oder ein wildes Tier. Durch ein wutverzerrtes Gesicht ließ er instinktiv durchblicken: Achtung, ich kann mich wehren! In der Steinzeit konnte man also ohne anstrengenden Kampf überleben, wenn man Wut ausdrückte.

Heute ist Wut, die am meisten diskutierte, Grundemotion. Wer offen wütend ist, eckt an. Erinnere dich an den Einkauf im Supermarkt um die Ecke. Als die junge Mutter ihr Kind an der „Quengelware“ im Kassenbereich vorbeischob und das Kind lauthals losbrüllte. Weißt du noch, wie die Mutter rot anlief und andere Kunden kopfschüttelnd wegschauten – obwohl Wutausbrüche bei Kleinkindern zur normalen Entwicklung gehören?

Wie entsteht Wut?

Wut entsteht in einem biogenetisch alten Bereich des Gehirns. Im limbischen System um die Amygdala. Die Amygdala sitzt auf Schläfenhöhe – etwa dort, wo man mit dem Zeigefinger hin tippt, wenn man jemandem einen Vogel zeigt. Sie ist die Schaltzentrale für Wut und Angst – und wichtig, um Emotionen zu verarbeiten. Wut entsteht also, wenn im Gehirn die Alarmglocken klingeln.

⇒ Wut entsteht tatsächlich in einem evolutionär alten Bereich unseres Gehirns – dem limbischen System rund um die Amygdala, die emotionale Reize bewertet und Stressreaktionen anstößt – beschreibt es der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux in seinem Buch „The Emotional Brain“ von 1996.

Grafik Gehirn limbisches System Amygdala

Wut macht dich aufmerksam, dass etwas in deinem System nicht stimmt. Du ein Gefühl wegdrückst, statt es auszudrücken – oder du dich gerade nicht gut um dich kümmerst. Zum Beispiel, wenn:

  • einer was tut, was du nicht willst oder deine Regeln bricht.
  • du dich nicht gesehen, ungerecht behandelt oder auf den Schlips getreten fühlst.
  • du das Gefühl hast, mit deinen Wünschen wieder in die Röhre zu gucken.

Stell dir vor: Deine Chefin bittet dich schon wieder vor Kollegen Überstunden zu machen. Dabei hattest du ihr öfter erklärt, dass Überstunden dich stressen und deine Rheuma-Schmerzen verstärken. Sie überschreitet mit ihrer Bitte wiederholt deine Grenzen und bringt dich vor Kollegen in eine blöde Situation.

Deine Schaltzentrale im Gehirn schlägt Alarm. Botenstoffe und Stresshormone werden ausgeschüttet. Du denkst: Diese blöde Kuh – und merkst, wie dein Hals pocht, deine Stimme zittert und dir Hitze in den Kopf steigt. Es brodelt!

Diese 3 Arten von Wut solltest du kennen

Reden wir über die 3 wichtigsten Arten der Wut, die du beim Thema Rheuma und Wut unbedingt kennen solltest. Bleiben wir bei deiner Chefin. Du kannst unterschiedlich auf ihre Bitte reagieren:

1. Offene Wut

Dir platzt der Kragen. Du machst deinem Ärger sofort und ohne Rücksicht auf Verluste Luft. Schreist deine Chefin an und fragst, was ihr einfällt. Dann rauschst du ab und knallst die Tür so fest hinter dir zu, dass sie fast aus den Angeln fliegt. Nach dem spontanen Wutausbruch atmest du durch und die Anspannung im Körper flaut ab.

2. Passiv-aggressive Wut

Du findest das Verhalten deiner Chefin richtig doof, traust dich aber nicht, ihr das ins Gesicht zu sagen. Zähneknirschend stimmst du den Überstunden zu. Gehst dann aber in passiven Wiederstand. Du denkst gar nicht dran, die Aufgaben für deine Chefin zu erledigen – obwohl du das zugesagt hast. Du unterdrückst einen Teil deiner Wut. Das Thema beschäftigt dich länger. Dein Körper ist länger angespannt.

3. Unterdrückte Wut

Du bist sauer auf dich: Weil du deine Bedürfnisse hintenanstellst, nicht klar sagst was Sache ist und nicht tust, was du eigentlich willst. Du unterdrückst deine Wut – schluckst deinen Ärger runter. Dein Körper bleibt angespannt.

Unterdrückte Wut endet oft in Autoaggression. Von Autoaggression redet man, wenn ein Organismus zerstörerisch gegen sich selbst arbeitet. Autoaggression kann sich auf Zellebene (Autoimmunerkrankung) oder geistiger Ebene (selbstverletzendes Verhalten) abspielen.

Glühbirne
Höhlenmenschen hat Wut geholfen zu überleben. Heute ist Wut das Gefühl, dass keiner haben will. Wut entsteht, wenn im Gehirn die Alarmglocken klingeln. Es gibt 3 Arten von Wut, die unterschiedlich lange auf den Körper wirken. Unterdrückte Wut kann sich gegen einen selbst richten.

Die 3 Arten von Wut – und wie sie auf Körper und Rheuma wirken (im Überblick)

Art der Wut Typisches Verhalten Wirkung im Körper Mögliche Folge bei Rheuma
Offene Wut Du lässt den Ärger sofort raus (ohne Rücksicht auf Verluste). Nach dem Wutausbruch atmest du durch, die Anspannung flaut ab. Wirkt eher kurzfristig auf den Körper.
Passiv-aggressive Wut Du sagst „ja“, traust dich aber nicht, offen zu werden – und gehst in passiven Widerstand. Du unterdrückst einen Teil der Wut. Das Thema beschäftigt dich länger, der Körper bleibt länger angespannt. Längere Anspannung kann Stress verstärken.
Unterdrückte Wut Du schluckst den Ärger runter und bist sauer auf dich, weil du nicht klar sagst, was Sache ist. Der Körper bleibt angespannt. Unterdrückte Wut endet oft in Autoaggression. Kann Autoimmunprozesse begünstigen und als Faktor bei Rheuma eine Rolle spielen.Diese Übersicht zeigt, wie offene, passiv-aggressive und unterdrückte Wut unterschiedlich lange auf den Körper wirken – und warum unterdrückte Wut bei Rheuma besonders relevant sein kann.

Diese Übersicht zeigt, wie offene, passiv-aggressive und unterdrückte Wut unterschiedlich lange auf den Körper wirken – und warum unterdrückte Wut bei Rheuma besonders relevant sein kann.

Wieso hat Wut Einfluss auf Rheuma?

Unterdrückte Wut löst womöglich Rheuma aus

Unterdrückte Wut kann also Autoimmunkrankheiten, wie Rheuma begünstigen. Stell dir das so vor: Emotionen, die du unterdrückst – drückt dein Körper aus. Emotionen suchen sich, genau wie Wasser, immer einen Weg. Ein Staudamm bricht auch nicht beim ersten Regenguss. Ein Damm bricht meist durch den Druck von Hochwasser, wenn er vorher nicht gut gepflegt wurde. Ähnlich ist es auch mit Rheuma und Wut.

Die genauen Gründe, warum jemand an Rheuma erkrankt, sind bis heute unklar. Klar ist nur, dass viele Faktoren zusammenkommen, um eine Autoimmunerkrankung, wie Rheuma auszulösen. Dazu gehören:

  • eine erblich bedingt erhöhte Bereitschaft (schwankt je nach Studie zwischen 20-50%)
  • Infektionen
  • Ernährung
  • Umwelteinflüsse
  • mentale Belastungen, wie Stress
  • unterdrückte Emotionen, z. B. Wut

Warum Frauen häufiger betroffen sind – und was das bedeuten kann

  • Frauen erkranken 2–3x häufiger an rheumatoider Arthritis.
  • Studien zeigen, dass Frauen belastende Emotionen häufiger internalisieren.
  • Chronischer psychosozialer Stress kann Entzündungsprozesse beeinflussen.
  • Das bedeutet nicht Ursache, sondern möglichen Einflussfaktor im multifaktoriellen Geschehen.

⇒ Dass Frauen deutlich häufiger an rheumatoider Arthritis erkranken als Männer – etwa zwei- bis dreimal so häufig –, berichtet eine Übersichtsarbeit im Fachjournal The Lancet aus dem Jahr 2010.

Wut kann dem Immunsystem schaden

Obwohl viele Viren und Bakterien umherschwirren, bist du nicht ständig krank. Das liegt an den Gedächtniszellen deines Immunsystems. Es erinnert sich an alle Informationen eines Krankheitserregers und bekämpft ihn bei erneuter Infektion – meist, bevor du es merkst.

Bei Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma sind in den Gedächtniszellen Falschinformationen gespeichert. Das Immunsystem erkennt z. B. eigene Muskeln, Gewebe und Gelenke dummerweise als Eindringling und versucht ihn durch Entzündungen zu bekämpfen.

Wut läutet im Gehirn die Alarmglocken, um dein System auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. Die Schaltzentrale im Gehirn gibt den Nebennieren das Signal, Botenstoffe und Stresshormone auszuschütten. Stresshormone können Entzündungen im Körper fördern. Und jetzt wird’s spannend:

  • Mehr Stresshormone = mehr Entzündungen im Körper.
  • Mehr Entzündungen im Körper = mehr Aktivität des Immunsystems.
  • Mehr Aktivität des Immunsystems = mehr Aktivität gegen körpereigenes Gewebe.
  • Mehr Aktivität gegen körpereigenes Gewebe = mehr Entzündungen.

Und schwupp’s: Der nächste Rheumaschub ist vorprogrammiert.

⇒ Dass anhaltender psychischer Stress messbare Auswirkungen auf das Immunsystem hat und Entzündungsprozesse beeinflussen kann, zeigt eine Meta-Analyse im Fachjournal Psychological Bulletin aus dem Jahr 2004.

Wut verursacht Muskelverspannungen

Wut, Ängste, Stress und sogar negative Gedanken können den Körper buchstäblich „sauer“ machen. Die Schaltzentrale im Gehirn animiert die Nebennieren Botenstoffe, wie Dopamin und Stresshormone, wie Adrenalin und Cortisol auszuschütten. Dein Blutdruck steigt. Du kriegst Puls. Dein Gesicht zieht Grimassen. Muskeln können verkrampfen, verkürzen und übersäuern.

Übersäuert die Muskulatur, können Gelenke schmerzen und unbeweglich werden – genau, wie bei rheumatischen Erkrankungen. Jede Bewegung tut weh. Du wirst wütend. Der Körper reagiert mit Kampf-Flucht-Modus. Und der Teufelskreis von verspannter Muskulatur, Rheuma-Schmerzen und Wut dreht sich fröhlich weiter.

Glühbirne
Es müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, um an Rheuma zu erkranken. Wut kann ein möglicher Faktor sein, der Rheuma begünstigt, das Immunsystem schwächt und Muskelverspannungen verursacht. Wenn du deine Wut besser händeln kannst, verringern sich womöglich auch deine Rheuma-Schmerzen.

Wie Wut Entzündungen und Rheumaschübe anfeuern kann – als Kette (im Überblick)

Schritt Was passiert im Körper? Innerer Mechanismus Mögliche Folge
1 Wut löst im Gehirn Alarm aus (limbisches System / Amygdala). Kampf- oder Flucht-Modus startet. Der Körper geht auf Stress.
2 Nebennieren schütten Botenstoffe und Stresshormone aus. Mehr Stresshormone im System. Entzündungen können gefördert werden.
3 Entzündungen im Körper nehmen zu. Mehr Entzündung = mehr Aktivität des Immunsystems. Immunsystem läuft stärker.
4 Immunsystem wird aktiver – auch gegen körpereigenes Gewebe. Autoimmunreaktion wird „mitgefüttert“. Entzündungen verstärken sich.
5 Der nächste Rheumaschub wird wahrscheinlicher. Teufelskreis aus Stress → Entzündung → Immunaktivität. Schub-Begünstigung durch dauerhaftes Stress-/Entzündungssystem.

Diese Kette verdeutlicht, wie Wut über Stresshormone Entzündungen fördern kann – und warum dadurch Rheumaschübe begünstigt werden können.

⇒ Mehrere Untersuchungen zeigen, dass psychosozialer Stress mit einer höheren Krankheitsaktivität und mehr Schüben bei rheumatoider Arthritis verbunden sein kann – so fasst es eine Übersichtsarbeit im Fachjournal Rheumatology and Therapy aus dem Jahr 2014 zusammen.

Wenn Schmerz und Wut gleichzeitig eskalieren:

1. Erst den Körper regulieren – nicht diskutieren

Wenn der Schmerz akut da ist, ist dein Nervensystem auf 180. Da bringen kluge Analysen oder ein „Reiß dich mal zusammen“ gar nichts. Dein einziges Ziel: Stress rausnehmen.

  • Atme tief und langsam.
  • Mach die Reize aus (Handy weg, Licht gedimmt).
  • Leg dich hin.
  • Schnapp dir Wärme oder Kälte – was dir gerade guttut.

2. Kein Öl ins Feuer gießen

Stress füttert die Entzündung. Also: Fang jetzt keine Grundsatzdiskussionen an und triff keine wichtigen Entscheidungen. Und vor allem: Stopp dein Gedankenkarussell („Warum ich?“, „Ich bin unfähig“). Alles, was dich zusätzlich stresst, macht den Schub nur noch schlimmer.

3. Erst reflektieren, wenn der Körper sich beruhigt hat

Sobald dein Körper wieder halbwegs entspannt, kannst du mal kurz reflektieren: Was hat mich eigentlich gerade so getriggert? War es wirklich nur der Schmerz oder war da noch ein doofer Kommentar, ein Mensch oder ein blöder Gedanke im Spiel?

4. Sei ehrlich zu dir: Selbsthilfe hat Grenzen

Wenn der Schub nicht aufhört oder die Verzweiflung dich überrollt, hol dir Profis ins Boot. Ein Arzt für den Körper und ein Therapeut für den Kopf sind kein Widerspruch, sondern ein verdammt starkes Team. Du musst da nicht alleine durch.

Wenn Wut hochkocht: 7 Sofort-Tools (2–15 Minuten)

1. Die Situation verlassen und deine Wut ins Wartezimmer setzen (1–3 Minuten)

Geh kurz aus der Situation. Stell dir vor: Du setzt deine Wut in ein Wartezimmer und versprichst, dich später zu kümmern. Das verschafft dir Zeit und gibt deinem Körper die Chance wieder auf „Normalbetrieb“ umzustellen. Natürlich solltest du dir später auch Zeit nehmen, um deine Wut zu fühlen.

2. Tief durchatmen (2 Minuten)

Atme gleichmäßig durch die Nase ein – zähle gedanklich bis 10 – und atme langsam wieder aus. Langsames atmen senkt den Blutdruck und kann Angst, Wut und Schmerzen dämpfen.

3. An ein Stopp-Schild denken (sofort wirksam)

Dein Gehirn hat gelernt, dass ein Stopp-Schild immer „Anhalten“ bedeutet. Der Gedanke setzt einen mentalen Cut. Er unterbricht die Stressspirale und verschafft dir Abstand.

4. „Interessant“ denken (30 Sekunden)

Das Wort „Interessant“ holt dich aus dem inneren Film. Du wechselst von Reaktion zu Beobachtung.

5. Beweg dich (5–15 Minuten)

Geh spazieren, mach ein paar Dehnübungen oder tob dich beim Sport aus. Das hilft, Energie abzubauen und den Kopf frei zu kriegen.

6. Deine Wut in den Arm nehmen (2-3 Minuten)

Konzentriere dich auf Lösungen statt auf Ärger. Stell dir vor, wie du deine Wut umarmst und „Danke“ sagst. Erinnere dich: Deine Wut meint es gut mit dir. Sie ist da, weil etwas in deinem System gerade nicht stimmt.

7. Entspann dich (5–15 Minuten)

Probiere mal Entspannungstechniken wie Meditation oder Achtsamkeitsübungen. Das hilft runterzukommen und Wut zu kanalisieren. Nicht enttäuscht sein, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Das musst du etwas üben.

⇒ Dass achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis psychische Belastung senken und sich positiv auf Schmerzen auswirken kann, zeigt eine Studie im Fachjournal Annals of the Rheumatic Diseases aus dem Jahr 2007.

 

 

Der Versand unserer E-Mails erfolgt über MailerLite. Details zum Umgang mit deinen Daten findest du in unserer Datenschutzerklärung. Du erhältst Wissen zu Pferd, Körper und systemischen Zusammenhängen sowie Informationen zu unseren Angeboten. Abmelden kannst du dich jederzeit über den Link in jeder

So bekommst du deine Wut langfristig besser in den Griff: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für mehr Gelassenheit

Schritt 1:

  • Lass die Vergangenheit, Vergangenheit sein. Nimm dir oder anderen nichts übel. Jeder handelt so gut er kann.

So geht’s ⇒ Ho‘ oponopono! Ho’oponopono ist ein hawaiianisches Selbstvergebungsritual von Dr. Ihaleakala Hew Len, dass so viel heißt, wie: Zurück zum eigenen Herzen! Ho‘ oponopono kann dir helfen, mit dir und anderen ins Reine zu kommen. Und das Beste: Es ist ratz fatz gemacht.

Schritt 2:

  • Freu dich über die schönen Dinge des Tages.

So geht’s ⇒ Steck dir eine Handvoll Erbsen in deine linke Hosentasche. Wenn dich jemand anlächelt, du wen nettes triffst und dich über etwas freust, wechselt eine Erbse von der linken in die rechte Hosentasche. Abends schaust du wie viele Erbsen in jeder Hosentasche sind. Du wirst dich wundern, wie viele schöne Momente du jeden Tag erlebst. Diese Übung trainiert deinen Aufmerksamkeitsfokus, verschiebt Wahrnehmung und stärkt positive Bewertung.

Schritt 3:

  • Finde heraus, was du wirklich willst und was dir leichtfällt.

So geht’s ⇒ Frag dich: Was hab ich mir immer gewünscht, was wollte ich schon lange machen, was kann ich richtig, richtig gut und was kann definitiv weg.

Schritt 4:

  • Mach ab sofort weniger von den Dingen, die du nicht willst.

So geht’s ⇒ Bevor du jetzt Luft holst und aufzählst, was du alles Wichtiges für wen tun musst und warum du auf gar keinen Fall etwas weglassen kannst… Lass dir gesagt sein: Es geht – Es ist nur eine Entscheidung – deine!

Schritt 5:

  • Nimm dir auch im stressigen Alltag Zeit für dich. Zeit, in der du Dinge tust, die du wirklich gerne machst und die dir guttun.

So geht’s ⇒ Hör gute Musik. Musik wirkt positiv auf Rheuma und Wut. Musik verändert den Herzschlag, reguliert Atemfrequenz und Blutdruck und lockert Muskelspannung. Du kannst auch Malen oder einfach nur in die Lieblings-Kuscheldecke gewickelt auf dem Sofa liegen – alles ist o.k.!

Schritt 6:

  • Nimm dir was vor, was du erreichen kannst und selbst in der Hand hast.

So geht’s ⇒ Frag dich: Was will ich bis Tag X auf jeden Fall erreichen? Dann überlege dir, wo du in der Mitte dieser Zeit stehen musst, damit dein Plan an Tag X aufgeht. Und so weiter… Bis du heute angekommen bist. Womit kannst du sofort loslegen? Wichtig: Setzte dir Ziele immer mit genauem Datum. Deadlines wirken Wunder!

Schritt 7:

  • Teil dir Kraft und Zeit bewusst ein.

So geht’s ⇒ Frag dich: Was muss als erstes fertig sein? Was kann warten? Wer kann mich unterstützen? Wichtig: Plane Pausen ein.

Wenn zur Wut auch noch Schuld dazukommt

Viele Menschen mit einer chronischen Erkrankung haben irgendwann das Gefühl, nicht mehr richtig zu funktionieren. Nicht belastbar genug zu sein. Nicht leistungsfähig genug zu sein. Nicht „normal“ zu sein. Wut passt da oft nicht ins Bild. Also wird sie runtergeschluckt. Weil man ja dankbar sein soll. Weil andere es „schlimmer haben“. Weil man niemandem zur Last fallen will.

Dazu kommt der Druck von außen: positiv bleiben, stark sein, sich zusammenreißen. Chronisch krank – aber bitte angepasst. Und möglichst gut gelaunt. Das Problem: Unterdrückte Emotionen plus ständiger Leistungsanspruch erzeugen Dauerstress. Und Dauerstress ist bei einer entzündlichen Erkrankung kein Nebenschauplatz.

Schuld und Scham ersetzen keine medizinische Behandlung. Aber sie erhöhen den inneren Druck. Und mehr Druck bedeutet für ein ohnehin aktives Entzündungssystem keine Entlastung.

Diese 3 Fehler solltest du bei Rheuma und Wut unbedingt vermeiden

1. Zu glauben deine Familie sei schuld an deinem Rheuma

Es ist nicht bekannt, dass Rheuma direkt vererbt werden kann. Niemand ist schuld an deiner Krankheit – auch nicht du selbst.

2. Nicht reden

Wenn’s dir schlecht geht, schluck’s nicht runter. Rede mit Freunden, einer Therapeutin oder einem Coach über deine Gedanken und Gefühle und denke in Lösungen – statt in Problemen.

3. Sich allein auf den Rheumatologen verlassen

Fachärzte sind Profis auf einem Gebiet und kümmern sich um deinen Körper. Es ist nicht ihr Job, den ganzen Menschen in die Behandlung einzubeziehen. Wenn du Rheuma und Wut in Griff bekommen und deine Rheuma-Schmerzen dauerhaft verringern willst, beziehe alle Faktoren in deine Rheuma-Behandlung ein.

Um dein Rheuma in den Griff zu bekommen und im Alltag besser klarkommen brauchst du mehr als eine gute Einstellung, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Wenn du das Gefühl hast: „So wie’s jetzt ist, geht’s nicht weiter.“

3 goldene Pfeile, die nach unten zeigen.
Lass uns drüber reden: Im kostenfreien Kennenlerngespräch.

Und das beste: Wir erzählen dir nichts von oben herab – wir sind selbst betroffen und wissen, was wirklich hilft.

FAQ – Rheuma und Wut

Was ist Wut und wie entsteht sie?

Wut ist eine starke Grundemotion. Sie entsteht im limbischen System rund um die Amygdala, wenn im Gehirn Alarm ausgelöst wird. Das passiert, wenn Grenzen überschritten werden, du dich ungerecht behandelt fühlst oder eigene Bedürfnisse unterdrückst. Der Körper schüttet Stresshormone aus, Puls und Blutdruck steigen, Muskeln spannen sich an.

Welche Arten von Wut gibt es?

Es gibt offene Wut, passiv-aggressive Wut und unterdrückte Wut. Offene Wut entlädt sich schnell. Passiv-aggressive Wut schwelt länger. Unterdrückte Wut bleibt im Körper und hält die Anspannung aufrecht. Sie kann sich gegen einen selbst richten.

Wie kann Wut Rheuma beeinflussen?

Unterdrückte Wut kann ein Faktor sein, der Autoimmunprozesse begünstigt. Stresshormone fördern Entzündungen. Mehr Entzündungen bedeuten mehr Aktivität des Immunsystems – auch gegen körpereigenes Gewebe. Das kann Rheumaschübe verstärken.

Was hilft akut, wenn Wut hochkommt?

Kurz die Situation verlassen, bewusst atmen, Bewegung, Entspannung, gedanklich ein Stopp-Schild setzen oder die Perspektive wechseln. Das kann Stresshormone senken und den Körper beruhigen.

Was hilft langfristig, um Wut besser in den Griff zu bekommen?

Vergangenheit loslassen, schöne Momente bewusst wahrnehmen, klare Ziele setzen, weniger Dinge tun, die gegen die eigenen Bedürfnisse gehen, Pausen einplanen und über Gefühle sprechen. Wichtig ist, nicht alles in sich hineinzufressen und Rheuma ganzheitlich zu betrachten.

 

Aktualisiert am 13.02.2026

Über die Autorin

Benutzerbild von Denise Beckmann

Denise Beckmann ist zertifizierte Hypnosetherapeutin, Mentalenergetikerin und Pferdetherapeutin (Osteopathie, Physiotherapie, Akupunktur). Seit 2012 leitet sie gemeinsam mit Jutta Beckmann das Unternehmen Reitgeist im Münsterland und online. 2024 erhielten sie den RheumaPreis. Heute arbeitet sie mit Frauen mit hoher Verantwortung, deren Körper oder Pferd bereits auf anhaltenden inneren Druck reagieren und wiederkehrende Symptome zeigen. In diesem Blog schreibt sie über systemische Zusammenhänge zwischen Körper, Psyche und Pferd sowie Praxisfälle und persönliche Einordnungen aus über zehn Jahren Arbeit.

Kommentar schreiben

Ich habe seit 2009 Rheuma und bin immer an alternativen Behandlungsformen interessiert. Der Beitrag hilft mir, mich anders zu fokussieren und die eine oder andere Situation anders anzugehen. Vielen Dank für die guten Ideen.

[…] Rheuma und Wut: Wie diese Emo[…] […]

Zurück zur Übersicht
0
    0
    Dein Warenkorb
    Dein Warenkob ist leerZurück zum Shop