Von diesem Moment an war ich frei

Angstfrei Reiten durch Mentaltraining

Ein Erfahrungsbericht von Carmen H., Reken

Problem: Kann alle Pferde reiten, außer ihr eigenes. Flugangst und Angst vor Fahren auf Autobahnen

Ich war gestern bei dem Workshop Angstfrei Reiten und finde, dass dieser Workshop einfach ein Kommentar verdient hat! In diesem Sinne: Kennengelernt habe ich Denise und Jutta bei einem Futterseminar, wo ich erfahren habe, dass sie auch Pferde behandeln. Vor einigen Wochen haben die beiden dann mein Pferd behandelt und ich war so begeistert von ihrer Arbeit, dass ich wusste, wenn sie meiner Stute helfen können, können sie auch mir helfen. Also meldete ich mich zum Tagesworkshop Angstfrei reiten an. Warum? Weil ich Angst habe, mein Pferd zu reiten. Komischerweise nur mein Pferd. Auf alle anderen setze ich mich problemlos drauf, egal wie groß und egal in welcher Gangart.

Mentales Training auch für Nichtpferdemenschen empfehlenswert

Wo also liegt mein Problem und ist Mentaltraining die Lösung?

Das wollte ich rausfinden. Da ich ein sehr sentimentaler Mensch bin, liefen mir bereits in der Vorstellungsrunde die Tränen und was soll ich sagen? Ein Raum voll mit gleichgesinnten Menschen, die alle Verständnis für mich und meinen emotionalen Ausbruch hatten. Sofort fühlt man sich angekommen und verstanden. Der Workshop selbst war voller „Ahaaa“ und „Wow“ Momente und viele Dinge klangen plötzlich ganz logisch und nachvollziehbar. Mit einigen Übungen und Hilfestellungen fühlte man sich jetzt schon ein Stück weiter, befreiter von der Angst und hatte plötzlich Lösungen um mit ihr umzugehen.

Denise sagte, dass viele auch Flugangst oder Angst auf Autobahnen hätten und dass wir, wenn wir wollen, am Ende des Tages zu ihr kommen könnten und bei einer Übung unter vier Augen das Problem individuell bearbeiten könnten. Da ich tatsächlich beides habe (Flugangst und Angst, auf Autobahnen zu fahren) nahm ich das Angebot dankend an.

Alle Entscheidung traf ich durch dieses „Trugbild“, welches ich selbst erschaffen habe

Alleine mit Denise im Raum machte sie also diese Übung mit mir. Und was soll ich sagen….. Ohne, dass ich ihr etwas über mich erzählen musste, knackte sie eine Blockade, die seit 22 Jahren in mir steckt. Da dieses Thema sehr persönlich ist, versuche ich euch es anhand eines Beispiels zu erklären. Stellt euch vor, dass mir vor 22 Jahren etwas passiert ist, woraufhin ich entschieden habe, dass ich meine Braunen Augen nicht mehr möchte. Also holte ich mir blaue Kontaktlinsen, die ich von da an die nächsten 22 Jahre 24 Stunden trug.

Anfangs drückten und brannten sie, denn eigentlich sind es ja nicht meine richtigen Augen. Aber irgendwann lernt man mit diesem Schmerz zu leben, man akzeptiert ihn und denkt nicht weiter drüber nach. Nun sah ich mein ganzes Leben durch diese Kontaktlinsen, die ja eigentlich nicht meine sind. Jede Entscheidung die ich die nächsten Jahre traf, traf ich durch dieses „Trugbild“, welches ich selbst erschaffen habe. Die Leute merkten zwar, dass irgendwas nicht so ganz richtig ist, stempelten es aber schnell als „dann muss das wohl so“ ab und ich habe weiterhin diese blauen Augen.

Dinge, die für mich gestern noch unvorstellbar waren, sind plötzlich denkbar – viele Ängste verschwunden

Jetzt stehe ich vor einer fast fremden Frau, die mich kaum kennt und natürlich nicht weiß, dass ich eigentlich braune Augen habe, und sagt mir nach dieser Übung, wenn ich nicht zu meinen braunen Augen stehe, wird sich mein Problem nie lösen (natürlich war Denise an dieser Stelle taktvoller). Gestern noch war die Vorstellung für mich wahnsinnig schwer, denn schließlich habe ich mir mein Leben mit diesen blauen Augen aufgebaut.

Heute Morgen hab ich die Kontaktlinsen dann vorsichtig rausgenommen und ganz im Ernst, in dem Moment war ich frei. Ich denke plötzlich über viele Dinge nach, die bis dato unmöglich schienen, denn immer, wenn es etwas gab, gab es da auch dieses große „ABER“. Und auch auf die Gefahr hin, dass sich das ganze hier sehr theatralisch liest, genau so war es und genau so habe ich es empfunden.

Natürlich liegt noch ein weiter Weg vor mir, aber es gab jetzt endlich jemanden, der mir nach all den Jahren sagen konnte, was mein Problem ist, denn ich selbst habe diese Kontaktlinsen so sehr verdrängt, dass ich sie nicht mehr wahrgenommen habe.

Worauf möchte ich mit diesem Text hinaus?

Dinge, die für mich gestern noch unvorstellbar waren, sind plötzlich in meinen Gedanken und viele Ängste verschwunden, denn ich habe eine Lösung gezeigt bekommen. Ich möchte euch eigentlich nur sagen, dass dieses Mentaltraining sehr zu empfehlen ist, meiner Meinung nach auch für Nichtpferdemenschen. Vielen Dank fürs lesen und vielen Dank an Jutta und Denise! Ich denke und hoffe, dass wir uns in Zukunft noch öfter sehen werden 🙂 Liebe Grüße, Carmen“

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