CamAPS FX iOS: Das musst du als iPhone-Nutzer mit Typ-1-Diabetes wissen

14. Mai 2025 Aktualisiert: 29. August 2026 8 Min. Lesezeit

CamAPS FX fürs iPhone bei Typ-1-Diabetes: Wechsel von Android auf iOS

Früh morgens. Die Augen noch auf Halbmast. Der Kaffee hat’s noch nicht bis in die Tasse geschafft. Dann habe ich die E-Mail meiner Diabetesassistentin geöffnet: „Liebe Frau Beckmann, es gibt endlich gute Nachrichten! Ab nächster Woche gibts die CamAPS FX iOS-App auch in Deutschland!“ Ähm, wie bitte?! Ich habe die Mail zweimal gelesen. Nach Jahren mit einem zusätzlichen Android-Smartphone an den Hacken ist die CamAPS FX füs iPhone endlich da.

Seit dem 20. Mai 2025 gibt es die CamAPS FX iOS-App in Deutschland – und technisch hat sich seither einiges getan: Neue Sensoren und iOS-Versionen werden unterstützt und mit CamAPS Liberty steht der nächste große Schritt vor der Tür. Deshalb habe ich diesen Artikel auf den neuesten Stand gebracht.

Das Wichtigste in Kürze

Ja, CamAPS FX iOS gibt es seit Mai 2025 – du brauchst mindestens iOS 18, aktuell funktioniert die App auch mit iOS 26.

  • Unterstützt werden FreeStyle Libre 3, FreeStyle Libre 3 Plus, Dexcom G6 und Dexcom G7.
  • Dein CamAPS-FX-Konto bleibt beim Wechsel erhalten, deine Einstellungen musst du trotzdem neu eintragen.
  • Der Algorithmus lernt deine Muster nach dem Wechsel neu. Das dauert ein paar Tage.
  • Der Hauptnutzer kann iOS oder Android nutzen. Der Companion, der die Werte mitliest, braucht weiterhin zwingend Android. SMS-Follower gibt es auf iOS gar nicht.

CamAPS FX iOS – warum mir die iPhone-Version so wichtig ist

Bis Mai 2025 gab es CamAPS FX nur für Android. In der Zwischenzeit hab ich unzählige Stunden in Foren verbracht, Support-Tickets geschrieben und zwischen Hoffnung und Enttäuschung gependelt, wann es wohl endlich so weit sein würde.

Wenn du wie ich bekennender Apple-Fan bist, warst du nämlich raus. Oder du hast dir extra ein zweites Smartphone zugelegt, nur um dein Loop-System zu bedienen. Zwei Handys, Insulinpumpe, Sensor, Pferdeleckerli, Autoschlüssel – meine Gesäßtaschen waren unterwegs nicht nur wegen meines zu dicken Hinterns stark unter Druck. Wenn ich überlege, wie viele Jeanshosen ich in dieser Zeit allein wegen der beiden Handys beerdigen musste – ach herrje.

Mein Android-Handy dafür war nicht mal neu gekauft, sondern das Uraltgerät meiner Frau, das ständig irgendwelche Zicken gemacht hat. Ein neues Android-Smartphone wollte ich mir trotzdem nicht zulegen. Ich wusste ja, dass ich sowieso nicht dauerhaft Android nutzen würde, sobald die CamAPS FX iOS da ist.

Für Menschen ohne Diabetes klingt „ein Gerät weniger“ vielleicht nach Luxusproblem. Für mich war es alles andere als das. Diabetestechnik schleppt man schließlich nicht aus Spaß mit sich rum. Wenn du nebenbei noch Selbstständigkeit, Alltag und Pferde wuppst, musst du ohnehin an genug denken. Mit der CamAPS FX iOS-Version ist dieser Zwang weg. Ich kann selbst entscheiden, welches Handy zu mir, meinem Alltag und meinem Job passt. Also: Weniger Gepäck. Weniger technisches Gefummel. Mehr Wahlfreiheit.

Denise Beckmann mit Glukosesensor am Arm bei der Arbeit mit dem Pferd

Der Diabetes ist immer dabei – auch bei der Arbeit mit den Pferden.

Was CamAPS FX überhaupt macht

CamAPS FX gehört zum automatisierten Insulinabgabesystem myLoop. Drei Dinge arbeiten dabei zusammen: die App auf dem Smartphone, die YpsoPump und ein kompatibler Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung.

Der Sensor schickt laufend Glukosewerte an die App. Der Algorithmus berechnet daraus den Insulinbedarf und steuert die Pumpe – automatisch, rund um die Uhr.

Im normalen Hybrid-Closed-Loop-Betrieb passt CamAPS FX vor allem die basale Insulinabgabe an. Mahlzeiten gibst du weiterhin selbst ein und deckst sie mit einem Bolus ab.

Das nimmt im Alltag ordentlich Druck raus. Komplett ausm Kopf hast du den Diabetes damit trotzdem nicht. Unterzuckerungen, Überzuckerungen und technische Aussetzer bleiben möglich.

Welche iPhones, Sensoren und iOS-Versionen aktuell laufen

CamAPS FX braucht mindestens iOS 18. Aktuell funktioniert die App auch mit iOS 26, dem neuesten Apple-Betriebssystem. Im App Store findest du sie in zwei Varianten, je nachdem, ob du deine Werte in mg/dL oder mmol/L angezeigt bekommen willst – kostenlos ist sie in beiden Fällen.

Bei den Sensoren hat sich seit dem Start einiges getan. Unterstützt werden aktuell FreeStyle Libre 3, FreeStyle Libre 3 Plus, Dexcom G6 und Dexcom G7. Der G7 ist erst im Sommer 2026 dazugekommen. Auch hier hat die Freigabe ewig gedauert, aber das ist ein anderes Thema.

Wer noch mit dem G6 unterwegs ist, sollte Augen und Ohren offenhalten. Dexcom stellt den G6 in Deutschland nach eigenen Angaben voraussichtlich Ende 2026 ein. Ein festes Datum gibt es noch nicht. Sprich das rechtzeitig mit deinem Diabetesteam ab, bevor der Sensor plötzlich vom Markt ist.

Weil sich Freigaben ändern können, lohnt sich vor der Umstellung immer noch ein Blick in die aktuelle CamAPS-FX-FAQ von CamDiab oder die myLoop-Übersicht von mylife Diabetes Care.

Companion und SMS-Follower auf dem iPhone: der Stand heute

Der Hauptnutzer kann CamAPS FX auf iOS oder Android laufen lassen, das ist seit dem iPhone-Start klar. Beim Companion – also der zweiten Person, die die Werte mitliest, etwa einem Elternteil oder dem Partner – hat sich das aber nicht geändert. Der braucht laut Hersteller weiterhin zwingend ein Android-Smartphone, egal ob der Hauptnutzer iOS oder Android hat.

Die SMS-Follower-Funktion gibt es auf dem iPhone nach wie vor nicht. Sie bleibt allein Android vorbehalten. Warum auch immer.

CamAPS FX von Android auf iOS wechseln: So gehst du vor

Ein Smartphone-Wechsel ist bei CamAPS FX kein normaler App-Umzug. Das Handy hängt direkt an deiner Insulintherapie. Also nicht holterdipolter loslegen, sondern vor dem Wechsel Gehirn einschalten – und wenn du unsicher bist, den Wechsel lieber mit deinem Diabetesteam angehen. In beiden Fällen solltest du dir genug Zeit dafür nehmen.

  1. PDF-Bericht sichern. Lass dir in der Android-App vorher einen PDF-Bericht erstellen. Darin stehen Bolusrechner-Einstellungen, Alarmgrenzen, Glukosezielwert und Auto-Mode-Daten. Speichere ihn so, dass du ihn auf dem iPhone wiederfindest.
  2. Konto übernehmen, Einstellungen prüfen. Du meldest dich auf dem iPhone mit deinem bestehenden CamAPS-FX-Konto an, ein neues brauchst du nicht. Trotzdem ziehen Bolusrechner, Alarmgrenzen und Zielwert nicht automatisch mit um – die trägst du anhand deines PDF-Berichts neu ein.
  3. Pumpe und Sensor umkoppeln. Trenne die YpsoPump zuerst über die Bluetooth-Einstellungen vom alten Android-Handy, lösche dort die App und richte dann alles auf dem iPhone neu ein.
  4. Zeitkritische Mitteilungen aktivieren. Unter Einstellungen → Mitteilungen → CamAPS FX müssen zeitkritische Mitteilungen eingeschaltet sein, sonst können Warnungen ausbleiben. Nimm CamAPS FX außerdem aus deinem Fokusmodus raus.
  5. Automatische Updates ausschalten. Der Hersteller rät davon ab, iOS und die App automatisch aktualisieren zu lassen. Ein Update mitten im Alltag kann die App kurzzeitig ausbremsen. Bei mir hat ein zu frühes iOS-Update schon mal dafür gesorgt, dass das Handy die Verbindung zur Pumpe verloren hat oder das Widget einen anderen Wert gezeigt hat als die App selbst. Ärgerlich, aber verschmerzbar – trotzdem warte ich seitdem lieber etwas mit den Updates.

Glühbirne

Mein wichtigster Tipp: Mach die Umstellung nicht zwischen Tür und Angel, nicht kurz vor der Arbeit und nicht auf dem Weg zum Stall. Das geht bei so vielen Zahlen und Einstellungen erfahrungsgemäß gerne mal in die Buxe.

Hier findest du die offizielle CamAPS FX iOS-Anleitung von mylife Diabetes Care mit allen Schritten im Detail.

Was nach dem Wechsel noch passiert

Der Algorithmus muss dich nach dem Wechsel neu kennenlernen. Dein Konto bleibt zwar erhalten. Die bisher gesammelten Lerndaten werden aber nicht vollständig übernommen. Laut Hersteller kann es einige Tage dauern, bis die Insulinabgabe wieder zu deinem Bedarf passt. Behalte deine Werte in dieser Phase besonders aufmerksam im Blick.

Bei mir hat das erstaunlich schnell geklappt. Beim Wechsel habe ich ein iPhone 16 Pro Max mit dem Libre 3 genutzt. Inzwischen bin ich mit dem Libre 3 Plus unterwegs. Nach etwa zwei Tagen hat der Algorithmus meine Werte sogar besser reguliert als vorher auf meinem alten Android-Handy. Nur beim Runterkorrigieren von hohen Werten war er anfangs eine Spur vorsichtiger – ist mir im Alltag aber kaum aufgefallen.

Meine Erfahrung – und was als Nächstes kommt

Ich lebe seit 1992 mit Typ-1-Diabetes, das sind mittlerweile 34 Jahre. Seitdem bestimmen Geräte, Messwerte und technische Entscheidungen einen Teil meines Alltags. Und wenn ich dran denke, was ich in all den Jahren für Gerätschaften in der Hand gehabt habe – gebe ich gerne zu, dass die Diabetestechnik heute schon richtig, richtig gut ist. Mein erstes Blutzuckermessgerät hatte ungefähr die Ausmaße eines Kofferradios. Und wenn einem beim Arzt in die Fingerkuppen gestochen wurde, hatte man das Gefühl, die säbeln einem gleich den ganzen Finger ab.

Trotzdem ist die CamAPS FX iOS-Version ist für mich nie einfach nur eine neue App gewesen. Sie hat mir die Wahl zurückgegeben, welches Handy ich benutze. Kein zusätzliches Android-Gerät mehr, nur weil meine Diabetestechnik das verlangt. Gerade beim Arbeiten, Reiten und im Stall macht das einen riesigen Unterschied. Ein Gerät weniger bedeutet für mich auch eine potenzielle Fehlerquelle weniger. Eins weniger, das ich laden, pflegen und vor allem mitschleppen muss. Das nimmt schon mal etwas Druck raus. Ich gehöre nämlich nicht zu den Frauen, die gefühlt ihren halben Hausstand in einer Handtasche mit sich rumschleppen. Bei mir muss zwischen Hunden, Pferden und Arbeit alles irgendwie an die Frau passen.

Denise Beckmann arbeitet an ihrem Computer

Zwischen Selbstständigkeit, Pferden und Alltag läuft der Diabetes immer mit.

So ein Bohei um ein Gerät weniger klingt erst mal lächerlich. Aber wenn du seit Jahrzehnten rund um die Uhr für ein Organ mitdenken musst, das ohne dein Zutun nicht mehr funktioniert, zählt jede Entscheidung, die wegfällt. Viele von euch kennen dieses ständige Mitdenken auch ohne CGM-Sensor am Arm: für den eigenen Körper, den Job, das Pferd oder die Familie. Irgendwas ist immer. Ein kleines Stück Luft macht deshalb einen Unterschied.

Und der nächste riesige Meilenstein steht schon vor der Tür: Der 1. September 2026 ist der angekündigte Termin für CamAPS Liberty in Deutschland – keine neue Pumpe, sondern eine zusätzliche Funktion innerhalb von CamAPS FX. Laut Hersteller sind bei aktivierter Funktion Mahlzeitenbolus und das Schätzen von Kohlenhydraten in der Regel nicht nötig. Seit meiner Diagnose 1992 habe ich darauf gewartet: essen zu können, ohne jedes Mal Kohlenhydrate Pi mal Daumen zu schätzen und einen Mahlzeitenbolus abzugeben. Wie sich diese Nachricht für mich angefühlt hat, erzähle ich in einem eigenen Artikel.

Kurz und ehrlich: Lohnt sich der Wechsel?

CamAPS FX iOS macht den Alltag für Apple-Nutzerinnen mit Typ-1-Diabetes einfacher. Der Wechsel von Android braucht trotzdem etwas Vorbereitung: PDF-Bericht sichern, Einstellungen sorgfältig übernehmen, dem Algorithmus ein paar Tage Zeit geben. Sonst wird aus einem praktischen Handy-Wechsel schnell die nächste Diabetes-Baustelle. Braucht kein Mensch.

Schreib mir gerne in die Kommentare, was die CamAPS FX iOS-App für dich und deinen Alltag mit Diabetes bedeutet.

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Häufige Fragen zur CamAPS FX iOS-App

Läuft CamAPS FX auf jedem iPhone?

Nein, du brauchst mindestens iOS 18. Bei mir läuft die App aktuell auf iOS 26 einwandfrei, ältere iPhones ohne dieses Update bleiben weiter außen vor.

Brauche ich für den Umstieg ein neues CamAPS-FX-Konto?

Nein. Ich habe mich auf dem iPhone einfach mit meinem bestehenden Konto angemeldet. Nur meine Einstellungen wie Bolusrechner und Alarmgrenzen musste ich neu eintragen.

Wie lange dauert es, bis der Algorithmus nach dem Wechsel wieder gut eingestellt ist?

Laut Hersteller kann das ein paar Tage dauern. Bei mir waren es rund zwei Tage, und danach hat der Algorithmus sogar besser reguliert als vorher auf meinem alten Android-Handy.

Kann mein Companion auch ein iPhone nutzen?

Nein. Du als Hauptnutzerin kannst iOS oder Android verwenden, dein Companion braucht laut Hersteller weiterhin zwingend Android. Die SMS-Follower-Funktion gibt es auf dem iPhone gar nicht.

Was unterscheidet CamAPS Liberty von CamAPS FX?

CamAPS FX ist ein Hybrid-Closed-Loop, ich gebe Mahlzeiten also weiterhin selbst ein. CamAPS Liberty ist keine neue Pumpe, sondern eine zusätzliche Funktion innerhalb von CamAPS FX, angekündigt für den 1. September 2026 in Deutschland. Laut Hersteller sind bei aktivierter Funktion das Schätzen von Kohlenhydraten und ein Mahlzeitenbolus in der Regel nicht nötig.


Hinweis: Dieser Artikel beschreibt meine eigene Erfahrung und fasst Herstellerinformationen zusammen. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Sprich Änderungen an deiner Insulintherapie und den Systemwechsel immer mit deinem Diabetesteam ab.


Quellen:

Über die Autorin

Benutzerbild von Denise Beckmann

Denise Beckmann ist zertifizierte Hypnosetherapeutin (SOL), Mentalenergetikerin (SOL) und Pferdetherapeutin für Osteopathie, Physiotherapie und Akupunktur. Seit 2012 leitet sie gemeinsam mit Jutta Beckmann das Unternehmen Reitgeist im Münsterland und online. Sie lebt seit 1992 mit Typ-1-Diabetes und schreibt aus eigener Erfahrung über den Alltag mit der Erkrankung und moderner Diabetestechnik. 2024 erhielten Denise und Jutta den RheumaPreis. Heute arbeitet Denise mit Frauen mit hoher Verantwortung, deren Körper oder Pferd bereits auf anhaltenden Druck reagieren. Im Blog schreibt sie über die Zusammenhänge zwischen Körper, Psyche und Pferd sowie über eigene Erfahrungen und Fälle aus ihrer Arbeit.

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